Outdoor-Fotoshooting mit Juliane im Nymphenburger Park
Ein Outdoor-Fotoshooting mit Juliane hatten wir schon eine ganze Weile im Kopf. Dafür wollten wir keinen komplizierten Plan und keine aufwendige Inszenierung, sondern einfach gemeinsam losgehen, das Licht beobachten und schauen, welche Ideen sich unterwegs ergeben.
Wir haben uns dafür einen schönen Sommertag ausgesucht. Besonders am Abend war das Licht interessant: viel Sonne, lange Schatten und dieses warme Licht, das im Sommer innerhalb kurzer Zeit ständig seinen Charakter verändert. Juliane trug einen schwarzen Overall – schlicht, grafisch und genau richtig für eine Fotoserie, bei der Umgebung, Licht und Bildidee eine größere Rolle spielen sollten.
Mit der Kamera durch den Nymphenburger Park
Wir waren ungefähr eine gute Stunde unterwegs und haben verschiedene Stellen ausprobiert. Genau das mag ich an solchen freien Outdoor-Shootings: Man muss nicht von Anfang an wissen, wo jedes einzelne Foto entstehen soll. Vieles entdeckt man erst während des Spaziergangs.
Eine der interessantesten Möglichkeiten ergab sich direkt am Wasser. Die Oberfläche des Sees war ruhig genug, um mit Spiegelungen zu arbeiten. Ich habe Juliane deshalb gebeten, an verschiedenen Stellen am Ufer stehen zu bleiben, bis Perspektive, Hintergrund und Spiegelung zusammenpassten.

Bei diesem Bild geht es gar nicht darum, Juliane möglichst klassisch zu portraitieren. Viel spannender fand ich die leicht irritierende Wirkung der Spiegelung. Das Bild wirkt auf den ersten Blick fast verkehrt herum und verändert dadurch die Wahrnehmung der Umgebung. Solche kleinen visuellen Experimente entstehen meistens nicht nach einem festen Plan – man sieht eine Möglichkeit und probiert sie einfach aus.
Juliane, Abendsonne und plötzlich jede Menge Gänse
Etwas später entstand eine ganz andere Situation. Im Nymphenburger Park waren an diesem Abend sehr viele Gänse unterwegs. Wir bemerkten schnell, dass sie erstaunlich interessiert an uns waren – und zufälligerweise hatte ich tatsächlich etwas Brot dabei.
Also kamen die Gänse immer näher. Juliane blieb einfach ruhig auf der großen Wiese stehen, während die Tiere um sie herumgelaufen sind. Gerade diese etwas seltsame Kombination fand ich witzig: ein schwarzer, langer Overall, eine sehr ruhige Pose, warmes Gegenlicht – und rundherum Gänse, die offenbar völlig eigene Vorstellungen von unserem Fotoshooting hatten.

Genau dadurch gefällt mir das Foto bis heute. Es ist weder ein klassisches Beauty-Portrait noch eine sorgfältig geplante Fashion-Aufnahme. Die Gänse verteilen sich fast etwas abstrakt im Bild, während Juliane vollkommen ruhig in der Mitte steht. Die Situation war spontan und ein bisschen absurd – und genau deshalb funktioniert sie.
Freie Fotoshootings dürfen einfach Spaß machen
Dieses Shooting war kein großes Projekt und sollte auch keines werden. Wir wollten einen schönen Sommerabend nutzen, ein bisschen fotografieren, verschiedene Ideen ausprobieren und schauen, was dabei entsteht.
Juliane ist dafür ein wunderbares Model: unkompliziert, geduldig und offen für Ideen, die erst während des Shootings entstehen. Wir hatten viel Spaß miteinander und genau solche kleinen freien Serien mag ich besonders. Nicht jedes Fotoshooting braucht ein großes Konzept. Manchmal reichen gutes Licht, eine interessante Umgebung, ein sympathisches Model – und ein paar ziemlich neugierige Gänse.
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